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Vortrag: Depression

04.11.2020 | Start: 19:30 Ende: 21:00

Die Depression ist eine Erkrankung, die heute weltweit führend als Ursache der Lebensbeeinträchtigung ist und wird dennoch häufig unterschätzt.

Immer noch gehen etliche Menschen – darunter auch Arbeitgeber, aber auch hilflose und überforderte Angehörige – davon aus, dass sich jemand „einfach zusammenreissen“ könnte.
Gerade solche Vorstellungen setzen Betroffene noch massiver unter Druck, zum Teil haben sie an sich selbst die unrealistische Erwartungshaltung, durch reine Disziplin und beständige Bemühungen wieder belastbar und fit zu werden.

Depression ist mehr als Traurigkeit und gleicht mehr einer Abwesenheit sämtlicher Empfindungen. Sie kann das Gefühl absoluter Sinnlosigkeit hervorrufen, in dem es weder Perspektiven noch Hoffnung gibt.
Scham und Schuldgefühle oder zunächst schlichtweg Erschöpfung leiten einen sozialen Rückzug ein, bei dem oft jegliche Kommunikation zum Stillstand kommt. Alles erscheint unterschiedslos grau, ohne Schattierungen, während das Herz zu versteinern scheint.
Der Handlungsspielraum engt sich zunehmend ein, die Hoffnungslosigkeit und unter Umständen auch der Gedanke, „anderen zur Last zu fallen“, führt vor allem unbehandelt nicht selten zum Suizid.

In der kategorialen Diagnostik der Medizin finden sich Begriffe zur Charakterisierung von Depressionen, die eine Einteilung der Schweregrade ermöglicht und Symptome auflistet, die Ursachen für depressionsbedingte Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit abbilden.

Depressive Menschen erkennen sich in diesen Beschreibungen oft nur unvollständig und ihrer Identität nicht gerecht werdend wieder. Angehörigen helfen die medizinischen Ausdrücke nicht, das Wesen einer Depression zu erfassen.

Wie fühlt sich eine Depression an? Nicht selten wird ein Druck auf der Brust verspürt, auch ein Engegefühl, überhaupt spielt das Herz bei einer Depression eine bedeutende Rolle. 70 % der Menschen gehen zunächst mit körperlichen Symptomen zum Arzt, Symptome wie Schwindel, Rückenschmerzen, Atemnot, Magen-Darmproblemen, vor allem Verstopfung werden unter Anderem beklagt. Insbesondere ältere Menschen erleben die Depression oft stark in Form körperlicher Beschwerden.
Die Depression wirkt sich sogar ebenso stark wie aktives Rauchen als Herzinfarktrisiko aus.

Warum kommt es aber zu dieser psychischen und körperlichen Erschöpfung? Kann jemand, der depressiv ist, zumindest kurze Momente von Glück und Freude erleben?
Was ist mit Menschen, die immer unzufrieden, mürrisch, schlecht gelaunt sind und an nichts eine Freude haben? Kann auch das eine Form der Depression sein? Was ist eine emotionale Dysbalance und wann beginnt eine depressive Episode?
Gibt es eine Altersdepression? Wie unterscheidet sich ein Burnout von einer Depression?
Wie lange ist Trauer nach Verlusten noch „normal“?

Im Vortrag werden basierend auf medizinischen Hintergründen Fallbeispiele aus der Praxis gebracht, die ein besseres Verständnis der Erkrankung ermöglicht und sich mehr an der Erlebniswelt depressiver Menschen orientiert als an medizinischen Fachbegriffen.

Zielgruppe
alle

Referentin
Dr.med. Maria Jehle-Danzinger
Oberärztin und Bereichsleiterin im ambulanten alterspsychiatrischen Dienst Heerbrugg, in dieser Funktion Demenzdiagnostik in Zusammenarbeit mit der Memoryklinik Altstätten
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
Mehrjährige Erfahrung in der alterspsychiatrischen Arbeit. Zusatzausbildungen in systemischer und Familientherapie, psychosomatischer Medizin

Flyer folgt.

Kosten
Der Eintritt ist frei. Keine Anmeldung erforderlich.

Details

Datum:
04.11.2020
Zeit:
19:30 Ende: 21:00
Veranstaltungskategorie:
Website:
https://www.demenz.li/kalender/

Veranstalter

Demenz Liechtenstein
Telefon:
+423 230 34 45
E-Mail:
kontakt@demenz.li
Website:
www.demenz.li

Veranstaltungsort

SAL
Saal am Lindenplatz
Schaan, 9494 Fürstentum Liechtenstein
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